hörspiel (auswahl)

Der Russland-Megadeal oder Gulag to Go

von: Florian Goldberg und Heike Tauch
Komposition: Jörg Gollasch
Ton: Christoph Richter und Jean Boris Szymczak
Regie: Heike Tauch
Produktion: Autorenprod. für WDR 2010 / 54´
mit: Franz Binder, Karin Kuschik,
Hendrik Röder, Tamara Ralis, Julian Scholl u.a.

Nicht zuletzt wegen stark gesunkener Erdölpreise hat die Krise in Russland stärker zugeschlagen, als erwartet. Die Oligarchen haben gigantische Summen verloren und müssen kürzer treten. Eine unschöne Entwicklung. Ihre Ehefrauen und Töchter in London, München und Davos beginnen bereits zu murren. Neues Geld muss her. Aber was tun mit einer Volkswirtschaft, die außer Rohstoffen und Russenmafia nichts anzubieten hat? Staatspräsident Medwedew ruft zur Innovationsoffensive auf. Ein "Konsortium zur [+]

Großen Vaterländischen Erneuerung" folgt dem Appell und beauftragt auf Empfehlung eines früheren Bundeskanzlers hin eine deutsche Projektentwicklungsgesellschaft, die sich bereits mit dem chinesischen Großprojekt Xin dongfang einen Namen gemacht hat. Sie soll russische Kernkompetenzen benennen und international wettbewerbsfähige Produkte entwickeln. Nach Sondierung der gegenwärtigen Situation Russlands ist den Experten jedoch schnell bewusst, dass das Riesenreich den gewünschten Sprung nach vorn nur in Rückbesinnung auf dezidiert russische Tugenden schaffe. Sie beginnen Konzepte zu entwickeln - bis ein seltsames Oligarchensterben einsetzt ...

Es wird Fragen geben. Ein west-östliches Tagebuch

von: Florian Goldberg und Heike Tauch Komposition: Jörg Gollasch
Ton: Andreas Stoffels, Jean Boris Szymczak
Regie: Heike Tauch
Produktion: WDR 2009/ 54´
mit: Dunja Arnaszus, Ulrich Noethen

Hanna aus Ostberlin und Peter aus Köln erfahren, dass sie seit einer deutsch-deutschen Liebesaffäre zwischen Peters Vater und Hannas Mutter ein Halbgeschwister im jeweils anderen Teil Deutschlands haben. Da ein direkter Kontakt unerwünscht ist, verlegen sich die beiden aufs Schreiben. So entstehen über die Jahre zwischen 1977 bis zum Fall der Mauer 1989 Tagebucheintragungen, Briefe und Notizen für den Vertrauten jenseits der Mauer. Diese werden vor dem Hintergrund von Marktwirtschaft, Selbsterfahrung [+]

und No-Future-Gefühlen auf westdeutscher Seite und des Eingesperrtseins und der Indoktrination durch das DDR-Regime auf der ostdeutschen Seite zu einem persönlichen Abriss deutscher Geschichte. Vor dem Hintergrund zweier Einzelbiographien zeigen die Autoren, was die Deutschen in Ost und West bis heute trennt und verbindet.

Parikmacherscha – Die Friseuse

Nominiert für den Hörspielpreis der ARD
von: Sergej Medwedew
Komposition: Jörg Gollasch
Ton: Jean Boris Szymczak
Regie: Heike Tauch
Produktion: DKultur 2009/ 50´
mit: Valery Tscheplanowa, Falk Rockstroh u.a.

Die Friseuse Irina betreibt mit ihrer Freundin Tatjana den Salon "Frühling" in der russischen Provinz. Sie träumt von Mann und Kindern, vom Leben in der Hauptstadt Moskau. An Kontakt zum männlichen Geschlecht fehlt es ihr nicht. Einige ihrer Kunden, denen sie eher radikal als begnadet die Haare schneidet, zählen zu ihren Verehrern. Der Feuerwehrmann Viktor betet sie an. Doch Irina hat sich nach einem ersten gescheiterten Eheversuch mit dem durchgeknallten Aktions-Künstler Nikolaj in den Kopf gesetzt, den [+]

noch inhaftierten Frauenmörder Jevgenij zu ehelichen. Und so nimmt denn Irinas unglaubliche Geschichte zwischen Komik und Horror ihren Lauf...

Ich bin doch Cheops

von: Uta Ackermann
Komposition: Jörg Gollasch
Ton: Jean Boris Szymczak
Regie: Heike Tauch
Produktion: WDR 2008/ 54`
mit: Patrycia Ziolkowska

Woher kommst du, Staub? Wohin gehst du?" Danuta ist allein, wenn sie putzt, also redet sie mit sich oder mit dem Staub. Sie kommt von Polen nach Berlin, weil sie hier als Putzfrau in drei Tagen mehr verdient als dort in einem Monat als Krankenschwester. Im Staub sieht Danuta Raum und Zeit aufgehoben, sie versetzt sich in das alte Ägypten, wo sie sich in Gestalt von Pharaonen oder mythologischen Figuren wiederfindet.

Megadeal süß-sauer. China kauft die Neuen Länder

Nominiert für den Kurd-Laßwitz-Preis 2009
von: Florian Goldberg und Heike Tauch
Komposition: Florian Goldberg
Ton: Jean Boris Szymczak
Regie: Heike Tauch
Produktion: Autorenprod. für WDR 2010
mit: Franz Binder, Karin Kuschik,
Hendrik Röder, Julian Scholl u.a.

Die Elite der Neuen Chinesen ist entnervt: Zwar glänzt ihr Land mit enormen Wachstumsraten, doch bei entscheidenden Reformvorhaben stoßen sie regelmäßig auf Widerstand. Grund sind starrsinnige Altmaoisten, die den neuen Wirtschafts- und Gesellschaftskonzepten immer wieder Steine in den Weg werfen. Die aufstrebenden jungen Wirtschaftsunternehmer haben sich deshalb zusammengetan, um einen Weg zu finden, ihren Altvorderen einerseits Achtung zu erweisen und sie gleichzeitig loszuwerden. Sie beschließen, fernab [+]

der Heimat ein größeres Stück Land zu erwerben, auf dem sie ein „Urlaubsparadies mit kommunistischer Grundstimmung“ errichten können. Dort wollen sie in Zukunft ihre Altmaoisten bei wichtigen Reformvorhaben parken. Fündig wurden sie im deutschen Osten. Nach ersten Landkäufen (Wälder in Thüringen, Flughafen in Parchim etc.) erwarben Sie das gesamte Gebiet der Neuen Bundesländer und beauftragten die deutsche Projektentwicklungsgesellschaft „Neuer Osten – Xin dongfang“, dieses Refugium vorzubereiten.


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Heart Beat

von: Carolyn Cassady
Gedichte und Live-Mitschnitte von und mit: Jack Kerouac 1958/59
Ton: Jean Boris Szymczak
Bearbeitung/Regie: Heike Tauch
Produktion: WDR 2006/ 54´
mit: Heike Warmuth

Eigentlich wollte sie ein ganz normales Familienleben. Doch sie hatte Neal Cassady geheiratet, den Beatnik und Frauenhelden, den Freund von Ginsberg und Kerouac. Letzterer wohnte 1952 eine Zeit lang bei ihnen. Neal gab seiner Frau zu verstehen, dass er gegen ein Verhältnis der beiden nichts hätte. Eine problematische Situation für die puritanisch erzogene Carolyn. In „Heart Beat“ erinnert sich Carolyn an ein Jahr mit zwei Männern, zwischen Lockenwicklern und Marihuana.

Zwei sehr ernsthafte Damen (1/2)

von: Jane Bowles
Musik: piaccordia
Ton: Jean Boris Szymczak
Bearbeitung/Regie: Heike Tauch
Produktion: DKultur 2005/ 84´
mit: Georgette Dee, Irm Hermann,
Sunnyi Mellis, Birgit Minichmayr u.a.

Miss Goering ist eine Dame von Welt und will unter gar keinen Umständen zur Hure werden. Aber sie will ihr luxuriöses Zuhause aufgeben und auf eine Insel ziehen. Weder ihre Begleiterin Miss Gamelon noch Arnold oder sein Vater können sie davon abhalten. Zur gleichen Zeit muss ihre Freundin Mrs. Copperfield mit ihrem Mann eine Reise nach Panama unternehmen. Sie hält nichts von Ausflügen in den Dschungel wie ihr Mann, sie erkundet lieber das Bordellviertel und lernt Pacifica kennen.

Fleisch zu Fleisch

von: Anne-Lou Steininger
Ton: Jean Boris Szymczak und Klaus Höness
Regie: Heike Tauch
Produktion: SR 2004/ 75´
mit: Anna Magdalena Fitzi, Jürgen Holtz u.a.

Ort des Geschehens: der Schlachthof des Glop-Konzerns. Die Theorien des Schlachthof-Chefs Auguste Bacon haben die Gesellschaft revolutioniert: "Irren ist menschlich. Wenn wir das Irren abschaffen wollen, dann müssen wir den Menschen abschaffen." Folgerichtig werden im Schlachthof Menschen abgeschafft...



Die Tage

Nominiert für den Hörspielpublikumspreis der Akademie der Künste
von: Ulrike Gramann
Komposition und Ton: Jean Boris Szymczak
Regie: Heike Tauch
Produktion: DLR 2003/ 45´
mit: Heike Warmuth

Das summende Moor und der bollernde Badeofen, die Ranzenkontrolle in der Schule und die Heidelbeeren im militärischen Sperrgebiet: Es sind oft die unscheinbarsten Details, Splitter und Geräusche, an denen die Erinnerung einer Kindheit hängt. Für Kerstin ist das Trommeln der Karnickelläufe auf dem heubedeckten Boden fest mit dem Tod ihrer Oma verknüpft, die weiße Watte mit dem Ende ihrer Kindertage, mit dem Einsetzen ihrer ersten Regelblutung.

Die Bluse

von: Hermann Harry Schmitz
Komposition: Jürg Kienberger
Ton: Jean Boris Szymczak, Thorsten Weigelt
Bearbeitung/Regie: Heike Tauch
Produktion: WDR 2002/ 55´
mit: Graham F. Valentine, Gertrud Maaß u.a.

Er hätte „Nein“ sagen sollen, als ihn Tante Dorchen bat, mit ihm gemeinsam eine Bluse zu kaufen. Also rein ins Gewühl eines amerikanischen Riesen-Kaufhauses zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Und um die schönste Bluse zu bekommen, sind die Konkurrentinnen aus dem Weg zu schlagen, Verkäufer zu disziplinieren, x Entscheidungen zu treffen. Zu hören sind Irm Hermann, Graham Valentine, Jürg Kienberg und Co. im Musik- und Kaufrausch.

Ein Jahr mit Thomas Bernhard (1/2)

von: Karl Ignaz Hennetmair
Bearbeitung: Heike Tauch
Regie: Ulrich Gerhardt
Produktion: SWR 2002/ 120´

1972 beschloß der Realitätenhändler Karl Ignaz Hennetmair, ein Freund und Nachbar von Thomas Bernhard, über Vorfälle und gemeinsame Gespräche des Jahres heimlich ein Tagebuch zu führen, und es anschließend in notarielle Verwahrung zu geben.




Kohllateralschaden. Ein Candlelight-Dinner

von: Heike Tauch
Ton: Maik Voss
Regie: Heike Tauch und Ulrich Gerhardt
Produktion: DLR Berlin 2000/ 55´

Kollateralschaden - ein Wort, das erst mit dem Kosovo-Krieg Eingang in die deutsche Sprache fand - wurde 1999 zum "Unwort des Jahres" erklärt. Um unbeabsichtigte Nebenschäden geht es auch bei der CDU-Spendenaffäre, auch hier fallen die Akteure durch Vernebelungstaktiken auf. Ehrenwort, Glaubwürdigkeit und gar Demokratie werden aufs Spiel gesetzt - "Kollateralschäden" im Kampf um die Macht. In einem Dinner von Freunden prallen die Meinungen dazu hart aufeinander, während Friederike Kempner, die Dichterin [+]

der unfreiwilligen Komik, Moral einfordert und Sokrates, der vom Volk zum Tode Verurteilte, die ihm angebotene Flucht aus der Verantwortung ablehnt. Das Dinner zum Skandal: Koch-Käse, Kohl-Röschen, Wiener Schnitzel (Haider), Prinzenrolle (Prinz Wittgenstein), dazu Wein und Weihrauch (Weyrauch).

Goethe in Dachau. Ein literarisches Tagebuch aus dem KZ

von: Nico Rost
Bearbeitung: Heike Tauch
Regie: Ulrich Gerhardt
Produktion: DLR Berlin/HR 1999/ 90´

Die Dichter und Denker, haben die uns noch etwas zu sagen an der Grenzscheide zwischen Leben und Tod? Was für einen Sinn hat Goethe in Dachau?" Diese Fragen stellte Anna Seghers 1948 in ihrem Vorwort zur ersten deutschen Veröffentlichung von "Goethe in Dachau", den Aufzeichnungen des niederländischen Journalisten, Essayisten und Übersetzers Nico Rost, niedergeschrieben auf den verschiedensten Zetteln im KZ Dachau von Juni 1944 bis April 1945.

Ach du lieber Augustin Wie fröhlich ich bin

Nominiert für den Hörspielpublikumspreis der Akademie der Künste
von: Ines Geipel und Heike Tauch aus Texten von Inge Müller
Musik: Cathrin Pfeifer
Regie: Ulrich Gerhardt
Produktion: ORB/DLF 1997/ 45´

Eine "Poesie knapp vor dem Absturz", sagt der Lyriker Adolf Endler über die Gedichte von Inge Müller. In ihnen zerrt "der Reim eine Zeile in die andere, aber dem ganzen Gedicht hält er den Mund zu", schreibt Herta Müller. 1925 in Berlin geboren, verlebt sie ihre Kindheit in Berlin, wird kurz vor Kriegsende verschüttet, liegt drei Tage unter Trümmern. Müller wird in der DDR bekannt, schreibt Gedichte und Kinderliteratur. 1966 sucht sie den Freitod.

Das wilde Fest

von: Joseph Moncure March
Bearbeitung: Heike Tauch
Musik: Günther „Baby“ Sommer
Regie: Robert Matejka
Produktion: DLR Berlin 1997/ 69´

Die schöne Queenie und ihr Liebhaber Burrs geben ein Fest, und um das Tablett mit den Drinks versammeln sich allerlei schräge Gestalten: der Boxer Eddie, die Lesbe True, die Tunten Oscar und Phil, der Tänzer Jackie... "Das wilde Fest" ist die Geschichte einer durchfeierten Nacht mit Sex und Kokain, Eifersucht und Gewalt - und mit einem dramatischen Ende. March brachte sie 1926 zu Papier, sie galt als zu gewagt, erschien daher erst 1928 in einer limitierten Ausgabe bei Pascal Covici und wurde ein Skandalerfolg, der in Boston [+]

prompt auf den Index kam.

feature (auswahl)

Steinhof ist überall. Die Wiener Heil- und Pflegeanstalt Am Steinhof

von: Heike Tauch
Ton: Eva Pöpplein
Produktion: Deutschlandfunk 2008/ 44´
mit: Winnie Böwe und Ulrich Noethen

„Die Irrenanstalt muß in einer anmuthigen Gegend liegen, geeignet das Gemüth zu erheitern“. Mit dieser Auffassung gab Niederösterreich den Auftrag, auf der Wiener Baumgartnerhöhe, Am Steinhof, das heutige Otto-Wagner-Spital zu bauen. Bei der Eröffnung 1907 war die von Thomas Bernhard in „Wittgensteins Neffe“ beschriebene „Irrenanstalt“ die größte und modernste psychiatrische Anstalt Europas. Auf ihrem höchsten Punkt thront die von Otto Wagner im reinsten Jugendstil errichtete „Anstaltskirche zum Hl. Leopold“: Sie [+]

bezaubert nicht nur durch ihre Schönheit, sondern ist von revolutionärer Funktionalität: abwaschbare Wände, Ärztezimmer, Notausgänge für Tobende... Sogar eine kircheneigene Toilette gibt es. Pinkeln im Hause Gottes? – Nicht der erste, nicht der letzte, nicht der größte Skandal: Noch 1998 waren auf dem Klinikgelände „neurobiologisch interessante Gehirne“ ausgestellt, Überreste, der dort 1943 der Euthanasie zum Opfer gefallenen Kinder. 2002 wurden sie beerdigt. Der Steinhof erweist sich als ein Mikrokosmos, der Normalität und Wahnsinn, Schönes und Schreckliches, Gutes und Böses in sich vereint.

Villa Baviera. Die ehemalige Colonia Dignidad

von: Heike Tauch
Ton: Ernst Hartmann
Produktion: DLF/SWR 2007 (44´/ 59´)
mit: Frauke Poolman

Fünf Autostunden sind es von Santiago de Chile bis zu der südlich gelegenen Kleinstadt Parral. Von dort führen 40 km Schotterweg zur Villa Baviera, bekannt geworden unter dem Namen „Colonia Dignidad“. Elisabeth Schnellkamp freut sich über den Besuch aus Deutschland und lädt zu einer Tour durchs Gelände ein, auf dem Paul Schäfer seine bizarre Sekte angesiedelt hatte. In Deutschland sollte er 1961 wegen Missbrauch von Schutzbefohlenen vor Gericht gestellt werden, in Chile gründete er eine Kolonie, die auf seine pädophilen [+]

Neigungen zugeschnitten war: Männer wurden von Frauen, die Kinder von den Eltern getrennt. Schäfer kontrollierte das Leben und die Sexualität seiner Anhänger, ließ chilenische Jungs zwangsadoptieren, unterhielt gute Beziehungen zur Regierung und deutschen Botschaft und stellte sein Gelände dem chilenischen Geheimdienst als Folterzentrum zur Verfügung gestellt. 2005 wurde er verhaftet, 2006 verurteilt. Ca. 120 Bewohner leben heute noch dort und suchen einen Weg ins selbstbestimmte Leben.

Zwischen Nazi und Nofretete. Samuel Becketts Berliner Tagebücher von 1936/37

von: Carola Veit und Bernd Kempker
Ton: Thomas Monnerjahn
Regie: Heike Tauch
Produktion: DLF 2007/ 50´
mit: Graham F. Valentine

Berlin 1936: die Olympischen Spiele liegen erst wenige Monate zurück, als der 30-jährige Samuel Beckett in die Stadt kommt. Die Eindrücke seiner Deutschlandreise hält er akribisch in Tagebüchern, Briefen und Notizheften fest. Er zeigt sich darin als scharfer Beobachter des Alltags und der Politik. Er verfolgt die Reden von Goebbels, liest vom Winterhilfswerk, vom Eintopfsonntag... Sein Aufenthalt führt ihn aber auch in die Museen, dessen Figurendarstellungen sein Formenrepertoire bis ins Spätwerk bereichern.

Wann reden, wann schweigen. Ein Besuch bei Ruth und Kurth Elias in Beth Jitzchak

von: Heike Tauch
Ton: Bernd Friebel
Regie: Heike Tauch
Produktion: DLF 2007/ 50´
mit: Anna Magdalena Fitzi

Nach dem deutschen Einmarsch in ihre mährische Heimat wird Ruth Huppert zunächst nach Theresienstadt deportiert. Dort heiratet sie, um dem nächsten Osttransport zu entgehen, ihren Freund Gorni, kommt nach Auschwitz, wo sie ein Kind von ihm zur Welt bringt. Bevor es der KZ-Arzt Dr. Mengele für seine Experimente nutzen kann, gibt ihr eine Ärztin Morphium. Ruth Huppert tötet ihr Kind. Sie überlebt Auschwitz und kommt 1944 in das Arbeitslager Taucha bei Leipzig. Dort lernt sie ihren späteren Ehemann Kurt Elias [+]

kennen. Nach ihrer Befreiung leben sie in Prag. Die wachsende Macht der Kommunisten zwingt sie 1949, nach Israel auszuwandern. In dem Dorf Beth Jitzchak, eine Gründung deutscher Zionisten, finden sie eine neue Heimat. Den zwei Söhnen verschweigen sie ihre Vergangenheit - eine Abmachung und ein ungeheurer Streitpunkt zwischen den beiden. Als Ruth Elias das Schweigen nicht mehr aushält, beginnt sie, ihre Erinnerungen heimlich aufzuschreiben. Sie werden 1988 veröffentlicht.

So sind wir hier geblieben. Das Elternheim ´Pinchas Rosen´ in Tel Aviv

von: Heike Tauch
Ton: Alexander Brennecke
Regie: Heike Tauch
Produktion: DLF 2007/ 50´
mit: Anna Magdalena Fitzi

Elternheim, so heisst in Israel ein Altersheim. „Pinchas Rosen“, in dem nordöstlichen Tel Aviver Vorort Ramat Chen – es gehört der „Vereinigung der Mitteleuropäischen Juden“ - ist das deutsche Elternheim. 1955 wurde es eröffnet und seitdem kontinuierlich um- und ausgebaut. Nach der 5. Alijah, der Masseineinwanderung aus Deutschland, später aus Österreich und dem Sudetengebiet war ein solches Haus notwendig geworden. Die europäischen Einwanderer wollten nicht auf engem Raum mit ihren Kindern [+]

zusammenleben, wie das zum Beispiel bei den arabischen Juden selbstverständlich ist. Auch sprachen sie kein Hebräisch. Ein deutsches Elternheim war eine sichere Insel. Von den heute 140 Bewohnern sind die meisten noch Flüchtlinge vor dem Nazi-Deutschland: Anni Wolff und Eugenie Afouri aus Berlin, Trude Mayer aus Heilbronn, Eli Sender aus Leipzig, Gertrude Brüll aus Pressburg, Ruth Schwarzschild aus Köln. Sie erzählen von ihren Elternhäusern, von dem Palästina, das sie aufgenommen hat und dem heutigen Israel.

So war es. Die Lange Nacht der alten Damen

von: Heike Tauch
Ton: Alexander Brennecke
Produktion: DLF 2006/ 180´

Unterschiedlicher könnten sie nicht sein, die alten Damen um die 90 und 100 Jahre, denen wir noch zuhören dürfen, wenn sie uns mitnehmen in ihre Zeit, als ihr erwachsenes Leben anfing. Ihr soziales Milieu war ebenso verschieden wie die Orte ihrer Herkunft. Gemeinsam ist ihnen nur ihr Schicksal, zu Hitlers Zeiten Mutter zu werden. Mit Humor und Lebensweisheit, mit Trauer und Eigensinn erzählen sie Bewegendes aus dieser Zeit. Ein Zittern in der Stimme, ein scheues Lachen, ein Zögern und Pausen lassen den Alltag [+]

lebendig werden, als sie noch Mädchen waren, junge Frauen und schließlich Mütter. Metaphern und Sprachbilder aus alter Zeit beschreiben verlorene Landschaften, vergangene Lebenszeiten und Arbeitswelten. Dialekte, die es kaum noch gibt, berichten von einem früheren, einem anderen Deutschland. Heute wohnen sie in Ahrenshoop, Berlin, Köln, Neubrandenburg, Tel Aviv. Ihre Lebensläufe beschreiben die Zeitspanne von 1905 bis 2006. Sie sind auch ein Kommentar zu Ansichten und Ansprüchen der später Geborenen.

Mein Stolz hat ihm gefallen. Saddams Leibarzt Ibrahim al-Basri

von: Heike Tauch
Ton: Ingeborg Kiepert
Produktion: DLF 2004/ 45´
mit: Anna Magdalena Fitzi

Der Iraker Ibrahim al-Basri kam Ende der 60er Jahre in die DDR und hat in Leipzig Medizin studiert und promoviert. Die 13 Jahre DDR erlebte er als eine Zeit großer persönlicher Freiheit. 1972, zurück in Bagdad, avancierte er zum Orthopäden und Fitnesstrainer von Saddam Hussein. 1990 fiel er in Ungnade und kam für mehrere Jahre ins Gefängnis. Die Gespräche fanden im Juni 2003 in Bagdad statt, in dem Haus von Ibrahim al-Basri.

Kein Bilo ohne Omby. Über eine Heilungszeremonie im Süden Madagaskars

von: Heike Tauch
Ton: Andreas Narr
Produktion: DLR Berlin 2003/ 55´
mit: Claudia Vogt

Ra Dezy, ein stattlicher Mann von 80 Jahren, hat sein Dorf zusammengerufen, um den Bilo zu besprechen, eine Heilungszeremonie für psychisch Kranke. Eine junge Frau, die seit Jahren unter Angstzuständen leidet, soll von der Medizinfrau des Dorfes durch einen Bilo geheilt werden. Am Ende der Zeremonie wird ein Omby, das madagassische Rind, geopfert. Doch durch meine Anwesenheit gerät nicht nur die Diskussion über den Bilo aus den Fugen.

Giuseppe Sinopoli: Parsifal in Venedig

Bearbeitung: Heike Tauch
Regie: Ulrich Gerhardt
Produktion: SFB/DLF/WDR/SWR 2003/ 78´

Venedig: Giuseppe Sinopoli dirigiert am Teatro La Fenice Richard Wagners „Parsifal“. Am Abend nach der Probe verliert sich der Musiker auf seinem Heimweg im Gewirr der Stadt. Immer tiefer gerät er in das Labyrinth der Calle und Kanäle. Während die Symbolwelt Venedigs ihn in den Bann zieht, drängen sich im Leitmotive aus dem „Parsifal“ auf, bis seine Stadt und die Gralsgeschichten sich vereinen zu einem großen Thema: den Fragen nach dem Leben und dem Tod.

Diesseits des Absurden. Martin Esslin

von: Heike Tauch
Ton: Jean Boris Szymczak
Produktion: DLR Berlin 2001/ 55´

Mit Beckett, den Esslin besonders förderte, verband ihn seit den späten 50-ziger Jahren eine tiefe Freundschaft. So weitreichend seine Wirkung als Hörspielleiter auch war, berühmt wurde Esslin 1961 durch sein Buch "Das Theater des Absurden", das in vielen Sprachen erschien und heute immer noch Standardwerk für jeden Theaterinteressierten, Nachschlagewerk und Bestseller ist. Esslin (1918 -2002) war ein begnadeter Erzähler und ein phänomenaler Denker. In seinem Witz erinnert er an Billy Wilder. Die Gespräche [+]

mit ihm wurden im April 2000 in Berlin und London aufgenommen.

Vom Glauben an das Leben.
Die Lange Nacht des Theater- und Hörspielmanns Martin Esslin

von: Heike Tauch
Ton: Jean Boris Szymczak
Produktion: DLF 2002/ 180´

1918 in der ungarisch-österreichischen Monarchie geboren, kommt Martin Esslin, geb. Pereszlenyi, als 2-jähriger nach Wien. Die jungfräuliche Schwester seiner Stiefmutter wird für ihn entscheidend: Sie liebte zwar nie einen Mann, aber sie liebte das Theater und vor allem den großen Schauspieler Alexander Moissi. 1936 bewirbt er sich am Max-Reinhardt-Seminar in Wien. Die deutschen Truppen haben Wien schon eingenommen, da erhält er 1938 das Zeugnis vom Reinhardt-Seminar und verlässt Wien. Ein Jahr lebt er [+]

in Brüssel, bis es seinem Vater gelingt, ihn zu der sehr wohl habenden Familie Salaman zu schicken. Diese Familie lebt in der Nähe von London und gehört dem Bloomsbury Circle an, einem Kreis der fortschrittlichsten Intellektuellen des Landes. Als er Krieg ausbrach, muss er sie verlassen und er bewirbt sich beim Monitoring Service, dem Abhörhördienst der BBC. Esslin: "So begann meine BBC-Karriere". Sie führt ihn über die Deutsche Abteilung und den BBC World Service hin zur Hörspielabteilung. 14 Jahre, von 1963-1977, leitet Esslin, ein deutschsprachiger Ausländer, das Kleinod der britischen Nation, das National Theater On The Air. Eine enge Freundschaft verbindet ihn mit Beckett und Pinter.

hörbuch (auswahl)

Die besten zehn Sekunden meines Lebens

Autor: Roger Schmelzer
Regie: Heike Tauch
Verlag: Argon Hörbuch Verlag, 2009



In 80 Tagen um die Welt

Autor: Helge Timmerberg
Regie: Heike Tauch
Verlag: Argon Hörbuch Verlag, 2008



Die Tagesschau erklärt die Welt

Regie: Heike Tauch
Verlag: Argon Hörbuch Verlag, 2006




Die Bibel. Was man wirklich wissen muss

Autor: Christian Nürnberger
Regie: Heike Tauch
Verlag: Argon Hörbuch Verlag, 2006




Meistererzählungen

Autor: Franz Kafka
Regie: Heike Tauch
Verlag: Argon Hörbuch Verlag, 2005




Papa, woher kommt der Hass? Gespräch mit meiner Tochter

Autor: Tahar Ben Jelloun
Regie: Heike Tauch
Verlag: Argon Hörbuch Verlag, 2005




Grube und Pendel

Autor: Edgar Alan Poe
Regie: Heike Tauch
Verlag: Argon Hörbuch Verlag, 2005




Die Abenteuer der Silvesternacht. Eine Spukgeschichte

Autor: E.T.A. Hoffmann
Regie: Heike Tauch
Verlag: Argon Hörbuch Verlag, 2004




Novelle

Autor: Johann Wolfgang von Goethe
Regie: Heike Tauch
Verlag: Argon Hörbuch Verlag, 2004